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Startseite › Everest › Die Tibet-Route › Kathmandu zum Basislager

Kathmandu zum Basislager

RoutesVon Harry Kikstra

Der größte Unterschied zwischen dem Zustieg zum Tibet-Basislager und der Nepal-Seite besteht darin, dass man mit dem Fahrzeug bis ganz ans Lager fahren kann, sogar mit großen Lastwagen. Die meisten Expeditionen beginnen in Kathmandu und fahren nach Norden zur tibetischen Grenze; andere fliegen zunächst nach Lhasa, was der Akklimatisierung zugute kommt. Jahrzehntelang führte die Route über Kodari und die Friendship Bridge nach Zhangmu, wie unten beschrieben. Nach den Erdbeben von 2015 wurde dieser Grenzübergang für Touristen jahrelang gesperrt, und Expeditionen wechselten zum Grenzübergang Rasuwagadhi–Kerung (Gyirong) weiter westlich, wo eine asphaltierte Straße von Kerung zur Friendship Highway in der Nähe von Tingri hinaufführt. Zhangmu hat seither zeitweise wieder geöffnet, also frag deinen Veranstalter, welchen Grenzübergang ihr nutzen werdet. Für die Saison 2026 hat China die tibetische Seite des Everest (zusammen mit Cho Oyu und Shishapangma) nach einem Skandal um ein Feuerwerk in der Nähe von Shigatse im September 2025 für ausländische Bergsteiger gesperrt, und als diese Seite zuletzt im Oktober 2026 geprüft wurde, war kein Wiedereröffnungsdatum bekannt gegeben worden. Erkundige dich bei deinem Veranstalter, bevor du eine Expedition auf der Tibet-Seite planst.

Die Grenze überqueren

Auf der alten Zhangmu-Route durfte kein Fahrzeug die Grenze (die Friendship Bridge) überqueren: Alles wurde von Hand getragen, von Männern und Frauen aller Altersgruppen mit einer Trommel, einer Gasflasche oder einem Duffelbag auf dem Rücken. Welchen Grenzübergang du auch nutzt, trag deine Wertsachen und Elektronik selbst, und halte Reisepass, chinesische Visadokumente und Tibet Travel Permit bereit: Dein Veranstalter kümmert sich darum, und die Grenzbeamten prüfen deine Gruppe anhand dieser Unterlagen.

Auf der anderen Seite der Grenze steigst du in die Landcruiser um, die in den nächsten Tagen eure Fahrzeuge sein werden: Dein gesamtes Gepäck muss im Kofferraum Platz finden, mit drei oder vier Expeditionsmitgliedern plus Fahrer pro Fahrzeug (größere Gruppen nutzen Busse). Das Hauptexpeditionsgepäck wird in chinesische Lastwagen geladen; es kann in jedem Fall separat aus Kathmandu transportiert worden sein, also plane voraus: Du wirst es möglicherweise erst im Basislager wiedersehen.

Gesamtes Gepäck, Pässe und Visa werden beim Zoll kontrolliert; stelle sicher, dass deine Gruppe vollständig ist, wie auf den Visadokumenten angegeben, bevor ihr euch meldet. Die erste Nacht verbringt ihr in der Grenzstadt, auf der alten Route in Zhangmu (2200 m7,218 ft) oder auf der neuen Route in Kerung (etwa 2700 m8,858 ft). Das Abendessen ist schmackhaftes, nicht zu scharfes chinesisches Essen (Reis, Nudeln und Gemüse mit allerlei Fleisch und Tofu), und es steht in den nächsten Tagen zweimal täglich auf dem Speiseplan. Wenn dir das nicht zusagt, leg dir einen Vorrat an Snacks an.

Hinauf zum tibetischen Plateau

Am nächsten Tag geht die Fahrt weiter nach oben, durch wilde und großartige Landschaften. Genieße die feuchte Luft und die letzten Bäume, die du für 4–5 Wochen sehen wirst. Du gewinnst sehr schnell an Höhe: Auf der alten Route steigst du über 1500 m4,921 ft bis nach Nyalam (3750 m12,303 ft / 12.300 ft); von Kerung aus führt die Straße am Peiku Tso vorbei auf das Plateau. Wo auch immer ihr Halt macht, die Unterkunft ist einfach und kalt: Du wirst eine Daunenjacke, Handschuhe und eine Mütze brauchen. Unterstütze deine Akklimatisierung, indem du zwei Nächte an diesem ersten Stopp verbringst, viel trinkst und den Ruhetag für eine Wanderung nach dem Prinzip „hoch steigen, tief schlafen" nutzt.

Auf der alten Route gibt es zwei bewährte Akklimatisierungswanderungen von Nyalam aus, beide mit großartigen Himalaya-Aussichten. Der Hügel nordöstlich der Stadt ist die einfachere Option: Folge der Straße, überquere den Fluss, passiere den Checkpoint und biege kurz danach links auf einen kleinen Wanderweg ab (wenn du ihn verpasst, geh einfach bis zur Kurve weiter, wo weitere Wege nach oben führen). Der Grat setzt sich lange fort, und du entscheidest selbst, wie weit du gehst; die sandigen Wege sind einfach zu begehen, aber bleib auf dem Hauptgrat, da die Flanken mit rutschigem Geröll und scharfen Felsen bedeckt sind.

Der sanft ansteigende Grashügel auf der Westseite der Stadt eignet sich hervorragend für eine Tageswanderung: Geh durch den alten Teil von Nyalam und folge der Straße bergauf, vorbei an den Gebetsmühlen und dem kleinen Tempel, bis du die Menschen erreichst, die auf den Feldern arbeiten; dann geh weiter, langsam bergauf, so weit du bequem kannst. Wenn der Wind nicht zu stark ist und die Schneefelder geschmolzen sind, kannst du normalerweise gut 1000 m3,281 ft Höhe gewinnen; der Weg hinunter geht schnell. Folge abends den Einheimischen in eine der versteckten Karaoke-Bars, wo du lokalen Tanz und betrunkene Tibeter, Bergsteiger und Sherpas antreffen kannst.

Oberhalb von Nyalam nähert man sich dem kargen, erodierten tibetischen Hochplateau. Die Straße steigt zum Thang-La-Pass auf 5050 m16,568 ft (16.570 ft) an, geschmückt mit Gebetsfahnen und Schals. Etwa 40 km südwestlich ist ein markanter Berg zu sehen: Mit 8027 m26,335 ft ist Shishapangma (oder Xixabangma) der einzige Achttausender, der vollständig in Tibet liegt.

Old und New Tingri

Nach einem etwas niedrigeren Pass, dem Lalung La, steigst du zum kargen Plateau ab. Weitere 70 km staubige Pisten führen nach Old Tingri, kaum mehr als eine Hauptstraße mit Läden und Restaurants. Zu deiner Rechten liegt das riesige weiße Massiv des Cho Oyu (8201 m26,906 ft), des sechsthöchsten Berges der Welt. Kannst du links davon ein felsiges Dreieck erkennen, das über die Wolken ragt, dann ist das Chomolungma, der Everest!

Expeditionen mit kleinem Budget übernachten hier, andere fahren weiter, etwa 50 km bis New Tingri (Xegar). Die Namen können verwirrend sein, also frag deinen Veranstalter, wo ihr genau übernachtet: Tingri, Old Tingri und Dingri bezeichnen alle dieselbe staubige Straße, während New Tingri, Xegar oder Shigar die nächste Stadt markieren. Beide liegen auf etwa 4300 m14,108 ft, aber New Tingri ist sauberer und ruhiger, mit dem deutlich besseren Chomolungma-Hotel etwa 7 km vom Ort entfernt: Zweibettzimmer, eine gute Küche, abends meistens heiße Duschen und Strom zum Aufladen der Batterien.

Man sollte fragen, wie viele Nächte dort eingeplant sind: Zwei Nächte mit einer Akklimatisierungswanderung am Ruhetag sind deutlich besser, da der folgende Höhenanstieg zum Basislager beträchtlich ist. Von New Tingri aus dauert der Fußweg in den Ort etwa 1½ Stunden. Im alten Teil liegt das schöne Shegar-Chöde-Kloster am Fuß des Hügels, unterhalb der Überreste der Mauern der Shegar-Dzong-Festung. Nach dem Durchgang durch die Mauer dem Weg im Uhrzeigersinn den Hügel hinauf folgen und andere Wege meiden, die unsicher sind. Der Aufstieg zu den Tausenden von Gebetsfahnen auf dem Gipfel dauert einige Stunden und wird an klaren Tagen mit dem Blick auf den Everest belohnt.

Über den Pang-La zum Rongbuk

An der Abzweigung verlässt man den Friendship Highway und hält bald am Kontrollpunkt, wo die Genehmigungen geprüft werden. Eine endlose Folge von Kehren führt hinauf zum höchsten Pass: dem Pang-La auf 5150 m16,896 ft (16.900 ft). Bei wolkenfreiem Wetter sieht man vier der höchsten Berge der Welt am Horizont: Makalu, Lhotse, Everest und Cho Oyu.

Weitere Serpentinen führen hinunter zum kleinen Dorf Tashi Dzom (auch bekannt als Zhaxizom, Peruche oder Padu). Tashi ist ein großartiger Ort, um kurz vor einem Gipfelversuch zur Erholung zurückzukehren: Es liegt nur 50 km vom BC entfernt, aber 1200 m3,937 ft tiefer (etwa 2 Stunden mit dem Auto), und die dickere Luft tut nach wochenlangem Aufenthalt in der Höhe gut. Du kannst durch den Ort schlendern oder das alte rote Kloster besuchen, das auf halber Höhe des Hügels liegt, eine 30- bis 45-minütige Wanderung nach Westen.

Tashi Dzom ist eigentlich nicht mehr als eine Kreuzung, und sein Straßenschild ist ein Klassiker der missglückten englischen Übersetzung: Ein Weg führt "apart from loud 89 km in ditch ma", während die einzige andere Option lautet "apart from 49 km in pearl peak supreme headquarters". Man nehme den Weg zum Gipfel: nach rechts!

Die Straße folgt dem Fluss und passiert weitere Siedlungen. Dann wird sie steiler, und nach 50 km siehst du plötzlich Gebäude und einen GSM-Mast. Das ist Rongbuk (oder Rongphu), Heimat des höchstgelegenen Klosters und Hotels der Welt, mit wunderbarem Blick auf Everest. Das Kloster ist an einem Ruhetag im BC unbedingt einen Besuch wert, ebenso wie ein merkwürdiger Ort fünf Minuten weiter die Straße hinauf: „Great Scholar Pedma Sambhava's Magic Cave“. Pedma zeigt dir gerne die Höhle unter seinem Haus, wo du prüfen kannst, ob deine Hand in den Abdruck passt, den Buddha dort angeblich hinterlassen hat. Wer mutig ist, nimmt einen weißen und einen schwarzen Stein und folgt ihm in das dunkle Tunnellabyrinth hinter dem Haus für ein halbstündiges Höhlenabenteuer, das sich viel länger anfühlt. Wer kein reines Herz hat, kommt, so heißt es, nie wieder heraus. Betreten auf eigene Gefahr.

Touristen halten hier an: Sie erreichen das Aussichtsgebiet in der Nähe von Rongbuk mit dem Öko-Bus des Nationalparks und dürfen nicht weiter. Mit einer Genehmigung zum Klettern fährst du die letzten 8 km mit dem Fahrzeug weiter. Nach einigen Serpentinen die alte Moräne hinauf erreichst du das Basislager der Bergsteiger, eine riesige, flache Fläche mit dem Everest in 16 km Entfernung. Das Steingebäude auf dem kleinen Hügel beherbergt den Liaison Officer (LO) und seine Mitarbeiter.

Die Landcruiser und Lastwagen fahren auf holprigen Pisten weiter bis zu den Camps ganz hinten. Einige Expeditionen bleiben auf der LO-Seite, um leichten Zugang zu den Einrichtungen zu haben; andere bevorzugen es, weiter von Chinatown entfernt zu lagern (aus Sicherheits- und Datenschutzgründen) und schlagen ihr Lager etwa 900 m2,953 ft weiter auf, nahe der Gletscherzunge des alten Rongbuk-Gletschers.

Trekking zum Tibet-Basislager

Von Old Tingri aus kannst du stattdessen zum Basislager wandern, obwohl das nur wenige Bergsteiger tun. In Tibet ist das außerdem nur im Rahmen einer organisierten Tour mit den entsprechenden Genehmigungen möglich. Dieses Trekking auf großer Höhe durch einfache Dörfer und Felder mit Yaks und Schafen dauert etwa vier Tage und überquert den Nam-La Pass auf 5250 m17,224 ft (17.220 ft). Du musst auf großer Höhe weitgehend autark sein. Die Route nutzt dieselben holprigen Wege wie die meisten Expeditionsfahrzeuge und trifft etwa 20 km vor dem Basislager auf die Hauptstraße.

← Die Tibet-RouteBasislager zum Zwischenlager →

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